Mit dem alten Rathaus verbunden, im Zentrum des Ortes in erhebt sich ein weiteres markantes Bauwerk, das Geschichte, Glauben und regionale Identität auf besondere Weise verbindet: die Pfarrkirche St. Gallus. Oft liebevoll als „kleiner Dom am Main“ bezeichnet, prägt sie schon von weitem sichtbar, das Ortsbild. Ihre Ursprünge reichen weit zurück: Bereits im Jahr 903 wird an dieser Stelle eine Kirche urkundlich erwähnt. Das heutige Gotteshaus entstand überwiegend im frühen 16. Jahrhundert unter der Leitung des Würzburger Dombaumeisters Hans Bock und wurde später unter Fürstbischof Julius Echter erweitert. Beim Blick nach oben fällt sofort der markante Turm ins Auge. Seine unteren Geschosse aus dem 13. Jahrhundert sind von der typischen „Echterspitze“ gekrönt, die zum Wahrzeichen vieler Kirchen in Franken wurde. Betreten wir die Kirche, eröffnet sich ein heller, beeindruckender Raum. Schlanke gotische Fenster durchziehen die Wände und tauchen das Innere in ein besonderes Licht. Sie ist als spätgotische, dreischiffige Hallenkirche gebaut – weit, offen und zugleich harmonisch proportioniert. Ein besonderer Blickfang ist, der Hochaltar aus dem Jahr 1617, geschaffen vom Bildhauer Georg Brenck. Er zählt zu den bedeutenden Kunstwerken seiner Zeit in der Region. Auch die Fenster, die Reliquien und die Darstellungen des heiligen Gallus erzählen Geschichten – darunter die Legende des irischen Mönchs Gallus, der der Überlieferung nach einem Bären begegnet sein soll, mit dem er sein Brot teilte. Die Lage direkt am Main erinnert daran, wie eng Kirche, Handel und Leben hier verbunden waren. Wein, Stein und Markt brachten Reichtum und Ansehen. Die Kehrseite der Nähe zum Main sind die immer wiederkehrenden Hochwasser. Bis heute zeugen Markierungen im Inneren der Kirche von vergangenen Fluten. Heute ist St. Gallus nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein lebendiges Stück fränkischer Kultur, mit Musik, Gebet und Begegnung.












