Zwischen Reben und Himmel, hoch über dem fränkischen Weinort Frickenhausen am Main, liegt ein Ort der Stille: Die Valentinuskapelle. Schon der Weg dorthin ist ein Erlebnis. Entlang des Kreuzwegs führt ein schmaler Pfad hinauf durch die Weinberge, vorbei an Trockenmauern und Rebstöcken. Mit jedem Schritt öffnet sich der Blick weiter über das Maintal – bis schließlich, die kleine Kapelle mit ihrer außergewöhnlichen Geschichte erscheint. Ende des 17. Jahrhunderts wurde ein Mann aus Frickenhausen, der Büttnermeister und Gemeinderat Valentin Zang, von einer schweren Lähmung getroffen. In seiner Not wandte er sich an Gott und legte ein Gelübde ab: Sollte er jemals von seinem Leiden geheilt werden, würde er eine Kapelle bauen – zu Ehren seines Namenspatrons, dem heiligen Valentin, dem heutigen Schutzpatron der Liebenden. Der Überlieferung nach geschah das Unerwartete: Zang wurde tatsächlich wieder gesund. Sein Krückstock erinnert an seine wundersame Heilung. Und er hielt Wort. Um das Jahr 1692 ließ er hier, mitten im Weinberg, die Valentinuskapelle errichten. Heute ist die Kapelle im Privatbesitz der Familie Pfeuffer, die sie mit Eigenmitteln liebevoll pflegt und erhält. Im Inneren der Kapelle ein Gebetsraum mit kleiner Empore, Altar und Kreuzgewölbedecke. Von der später angebauten kleinen Sakristei eröffnet sich ein traumhafter Blick in die Weinberge und auf Frickenhausen. Jedes Jahr am Ostermontag zieht eine Prozession hinauf zur Kapelle – aus Dank dafür, dass der Ort im Zweiten Weltkrieg von größeren Zerstörungen verschont blieb. Das ganze Jahr pilgern Menschen zur Kapelle – Verliebte, Wanderer, Ruhesuchende. Vielleicht, um den Blick zu genießen. Vielleicht, um innezuhalten. Die Valentinuskapelle, ist mehr als nur ein Aussichtspunkt. Sie ist ein Wahrzeichen für Frickenhausen, eingebettet in eine der ältesten Weinlandschaften Mainfrankens, deren Geschichte über tausend Jahre zurückreicht. Wer hier oben steht, spürt schnell: Manchmal sind es die kleinen Orte, die große Geschichten erzählen.













